Eine fröhliche Franziskanerin - Verabschiedung von Schwester Gerharda Rekers

Sie ist als „Nonne vom Kiez“ bekannt geworden: Neun Jahre engagierte sich die Schwester Gerharda Rekers (74) für die Alimaus, eine Anlaufstelle für Obdachlose an der Reeperbahn. Mit einem großen Sommerfest verabschiedeten sich nun Gäste und Helfer von der Ordensfrau.

„Alimaus? Das ist das Assisi von Hamburg“, hatte Erzbischof Werner Thissen erst kürzlich Besuchern erklärt, wie er zum Festauftakt in seiner Predigt in der St. Joseph-Kirche verriet: „Das, was Franziskus wollte, versucht die Alimaus in Hamburg zu tun: Sich denen zuzuwenden, die Hilfe brauchen – und zwar aus dem Gebot Gottes heraus, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Da passt es gut, dass die Leiterin eine Franziskanerin ist.“ Er beobachte mit Freude, dass die Alimaus immer mehr zu einem Wahrzeichen in Hamburg werde: „Wir haben allen Grund, Ihnen, Schwester Gerharda, und allen ihren Helfern zu danken.“

Nach dem feierlichen Gottesdienst fanden sich über 400 Gäste und Freunde im Festzelt neben dem Alimaus-Blockhaus am Nobistor ein, um sich von der „fröhlichen Franziskanerin“ zu verabschieden.

Mit 65 Jahren war Schwester Gerharda vor neun Jahren in die Hilfseinrichtung gekommen, nachdem sie bereits 32 Jahre lang die Krankenpflegeschule in Thuine geleitet hatte.

Nach dem Tod von Alimaus-Gründerin Gabriele Scheel, an deren Geburtstag das Sommerfest stattfand, übernahm die Franziskanerin vor sechs Jahren die Leitung, die sie nun aus Krankheitsgründen an Schwester Clemensa Möller (67) abgegeben hat. Die neue Leiterin bringt dafür gute Erfahrungen mit: Sie war sechs Jahren in einer ähnlichen Einrichtung, der Wärmestube in Osnabrück, tätig.

„Wer hier arbeitet, muss die Menschen lieben – so wie sie sind“, betonte Pater Dr. Karl Meyer als Vorsitzender des Trägervereins, des Hilfsvereins St. Ansgar. Mit offenem Herzen und offenem Ohr sei die Ordensfrau den Bedürftigen immer begegnet. „Jedes Mal, wenn ich Schwester Gerharda erlebte, war ich beeindruckt von der Frische und natürlichen Herzlichkeit, die sie jedem Menschen zeigte, seien es Gäste oder Mitarbeiter oder interessierte Besucher. Sie hat mit ihrer positiven Art ganz sicher den Geist der Alimaus segensreich mitgeprägt“, zitierte Meyer aus dem Brief einer Wohltäterin. Nicht zuletzt war die Ordensfrau vor drei Jahren von den Hamburger „Bild“-Lesern zur „Frau des Jahres“ im Bereich Nächstenliebe gewählt worden. Der NDR hatte die „Nonne vom Kiez“ über die Stadtgrenzen hinaus mit einem Film bekannt gemacht.

Dass die Alimaus auch in Zukunft auf die schützende Hand des Bezirksamtes Altona vertrauen kann, diese gute Nachricht überbrachte Dr. Johannes Nießen, Leiter des Fachamtes Gesundheit im Bezirksamt Altona, anlässlich des Sommerfestes.
Sozialsenator Dietrich Wersich (CDU) und seine Vorgängerin im Amt, Birgit Schnieber-Jastram (CDU), hatten sich ebenfalls mit persönlichen Schreiben von Schwester Gerharda verabschiedet.
„Wenn es am schönsten ist, muss man aufhören“, sagt Schwester Gerharda. Ganz gerührt sei sie gewesen angesichts der herzlichen Verabschiedung: „Viele Menschen haben mir noch still etwas in die Hand gedrückt, für das ich mich gar nicht mehr bedanken konnte!“ Die schönen Momente und Erfahrungen aus der Hamburger Zeit werde sie mit nach Thuine nehmen. Dort, im Mutterhaus der Thuiner Franziskanerinnen, will sich die Ordensfrau künftig vor allem um die Besucher des Klosters kümmern.                                                 Quelle: Neue KirchenZeitung