Weihnachten in der Alimaus

Viele erinnern sich an die Jahre, in denen „Circus Rinaldo“ für den Heiligen Abend extra sein Zelt für unsere zwei Feiern aus Andacht, Festessen und Circus-Aufführung (mit Beteiligung einiger Gäste) aufschlug. Tische und Bänke standen das eine Mal auf tief gefrorenem  Schneeboden, das andere mal im Schmelzwasser oder einfach auf dem grünen Rasen.  Jetzt sind wir schon viele Jahre im großen warmen Festzelt, das uns die Friedel & Walter Hoyer Stiftung sponsert. 320 Gäste kommen zu den Feiern. Natürlich wird „die große Freude“ von Weihnachten für die Menschen draußen verkündet – und alle stehen. Weihnachtslieder und ein Krippenspiel gehören dazu – und natürlich das große Festessen, zu dem die Benediktiner von Nütschau immer die Hähnchenschenkel liefern. Und am Ende bekommt jeder Gast eine Weihnachtstüte mit auf den Weg – die packen die Elisabeth-Schwestern in Reinbek.

Hier der Bericht der Hamburger Morgenpost.

„Eine große Hilfe“Weihnachtsessen für Bedürftige in Hamburg

Zu Weihnachten freuen sich viele Menschen vor allem auf das Festessen - andere sind froh, wenn sie überhaupt eine warme Mahlzeit bekommen. Soziale Einrichtungen in der Stadt wurden von der Hamburger Tafel mit gespendeten Lebensmitteln versorgt. Viele von ihnen blieben an den Feiertagen jedoch geschlossen. Die Tafeln lieferten bereits am 23. Dezember letztmals vor Weihnachten aus. Für Bedürftige gab es Heiligabend dennoch Anlaufstellen in der Stadt.

Franziskaner-Schwestern und Helfer des Vereins Alimaus organisieren seit 21 Jahren auf St. Pauli eine Essensausgabe für mittellose Menschen. Auch hier wird Weihnachten gemeinsam mit Obdachlosen und weiteren Bedürftigen gefeiert - in einem Zelt mit gedeckten Tischen und zwei geschmückten Weihnachtsbäumen. Vor dem Essen wird gesungen und das Vaterunser gebetet. Der Alimaus-Vorsitzende Pater Karl Meyer mimt im Krippenspiel den Esel Balduin und erntet mit seinem komödiantischen Schauspiel einige Lacher. „Wir sind für alle da“, sagt der 77-jährige Dominikaner. „Ganz egal, wo du jetzt bist: Du bist willkommen.“

Sascha (2.v.l.) und seine Bekannten essen am Heiligabendin der Alimaus eine warme Mahlzeit.
Foto: dpa

Der ehemalige Boxer Karsten Hinrichsen ist schon im Hofbräuhaus gewesen, jetzt greift er zu Putenfleisch, Kartoffelpüree und Rotkohl. „Heute Abend kriege ich in meiner Unterkunft noch einmal 'was“, erzählt der 55-Jährige. „Das muss sein, die nächsten drei Tage kriegt man nichts mehr. Da hat alles zu.“

Ein junger Mann geht nach Ende der Weihnachtsfeier auf Pater Karl zu und bedankt sich. „Ich fand das so was von schön, nicht alleine zu sein“, sagt er. Pater Karl umarmt ihn. „Ich werde jetzt gucken, dass ich mich wieder unter meine Brücke lege“, sagt der Obdachlose und fügt im Hinausgehen hinzu: „Schön, dass es etwas wie Sie gibt!“

In der Alimaus gibt es leckeres Essen bei der Weihnachtsfeier für Bedürftige.
Foto: dpa